Bekanntlich ist jeder Teebeutel mit einem Faden und einen Stück Papier ausgestattet, um ihn nach dem Ziehen ohne Hilfsmittel aus der Tasse nehmen zu können. Auf einigen dieser Papierstücke stehen Ziehzeit und Wassertemperatur, doch auf anderen fehlt diese Angabe und man findet stattdessen einen Spruch. Manchmal ist der kleine Satz für mich total banal, ein anderes Mal durchaus sinnvoll. Doch ab und zu spüre ich eine richtig grosse Resonanz und dann nenne ich ihn liebevoll „Teebeutelweisheit“.
Gestern ist mir bei der Teezubereitung die folgende Weisheit begegnet: „Liebe ohne Vertrauen, das ist wie ein Fluss ohne Wasser.“ Mir wurde schlagartig bewusst, dass auch ich in meinem Leben immer wieder einmal in einem ausgetrockneten Flussbett unterwegs gewesen bin. Die prägendste Erfahrung dazu gab es in meiner Ursprungsfamilie. Liebe und Vertrauen waren zwar bekannte Wörter, aber leider keine gelebten Erfahrungen, die für mich als Kind doch so wichtig gewesen wären.
Zum Glück hat mich der Fluss des Lebens in Gefilde getragen, wo Liebe & Vertrauen zusammen gelebt werden dürfen, so dass ich die unschönen Kindheitserfahrung (ohne Groll auf meine Eltern) dem Reinigungsprozess des fließenden Wassers übergeben kann.
Danke Myriam!

